Warum die Drohnenhaftpflicht Pflicht ist
Seit der EU-Drohnenverordnung, die 2021 in deutsches Recht übernommen wurde, ist die Haftpflichtversicherung für jede Drohne Pflicht — unabhängig von Gewicht und Verwendungszweck. Das gilt für die 50-Gramm-Mini-Drohne aus dem Spielzeugladen genauso wie für die professionelle Kameradrohne.
Der Grund ist einleuchtend: Eine Drohne, die auf ein Auto stürzt, kann Tausende Euro Schaden verursachen. Stürzt sie auf einen Menschen, drohen schwere Verletzungen mit Schadenersatzforderungen in sechsstelliger Höhe. Paragraph 33 Luftverkehrsgesetz (LuftVG) schreibt daher eine Haftpflichtversicherung für alle unbemannten Luftfahrzeuge vor.
Wer ohne Versicherung fliegt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Das Bußgeld kann bis zu 50.000 Euro betragen. Im Schadensfall haftet der Pilot mit seinem gesamten Privatvermögen.
Was die Drohnenhaftpflicht abdeckt
Die Drohnenhaftpflicht übernimmt Schäden, die Sie mit Ihrer Drohne Dritten zufügen. Das umfasst Personenschäden, wenn die Drohne jemanden verletzt, Sachschäden, wenn sie auf ein Auto, ein Gebäude oder andere Gegenstände stürzt, und Vermögensschäden, die aus den Personen- oder Sachschäden resultieren.
Die Mindestdeckungssumme nach EU-Verordnung liegt bei 750.000 Sonderziehungsrechten — das entspricht rund einer Million Euro. Die meisten Versicherer bieten Deckungssummen von 1 bis 5 Millionen Euro an. Für Hobbypiloten reicht eine Million Euro in der Regel aus.
Ist die Drohne über die private Haftpflicht versichert?
In manchen Tarifen ja, in vielen nicht. Die private Haftpflichtversicherung schließt Drohnen zunehmend ein, aber oft nur bis zu einem bestimmten Gewicht (häufig bis 5 kg) und nur für den privaten Gebrauch. Prüfen Sie Ihre Police genau. Wenn Drohnen nicht ausdrücklich genannt sind, brauchen Sie eine separate Drohnenhaftpflicht.
Gewerbliche Drohnennutzung ist in der privaten Haftpflicht grundsätzlich nicht versichert. Dafür brauchen Sie eine gewerbliche Drohnenversicherung.
Was die Drohnenhaftpflicht kostet
Private Drohnenhaftpflichtversicherungen kosten zwischen 40 und 80 Euro pro Jahr. Gewerbliche Policen liegen bei 100 bis 300 Euro, je nach Deckungssumme und Nutzungsumfang. Einige Versicherer bieten auch Tages- oder Monatspolicen an — praktisch für Gelegenheitsflieger, aber auf Dauer teurer als eine Jahrespolice.
Im Vergleich zu den potenziellen Schäden und Bußgeldern ist die Drohnenhaftpflicht sehr günstig. Schon die Mindeststrafe für unversichertes Fliegen übersteigt die Jahresprämie um ein Vielfaches.
EU-Drohnenverordnung — die wichtigsten Regeln
Neben der Versicherungspflicht gibt es weitere Regeln, die Drohnenpiloten kennen müssen. Jede Drohne ab 250 Gramm muss beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) registriert werden. Der Pilot braucht je nach Drohnenklasse einen Kompetenznachweis (online) oder ein Fernpilotenzeugnis (Prüfung). Es gelten Flugverbotszonen um Flughäfen, Naturschutzgebiete und Menschenansammlungen. Die maximale Flughöhe beträgt 120 Meter über Grund.
Kaskoversicherung für die Drohne
Die Haftpflicht schützt Dritte, nicht Ihre eigene Drohne. Wenn Ihre DJI Mavic für 1.500 Euro gegen einen Baum fliegt, zahlt die Haftpflicht nichts. Dafür gibt es die Drohnen-Kaskoversicherung. Sie kostet je nach Drohnenwert 80 bis 200 Euro pro Jahr und deckt Absturz, technischen Defekt und teilweise auch Diebstahl ab. Für teure Drohnen über 1.000 Euro kann das sinnvoll sein.