Praktische Ratgeber zu Versicherungsvergleichen, Altersvorsorge und Finanzplanung in Deutschland.
Kuratierter Index amtlicher Texte zum deutschen und europaeischen Versicherungsrecht. Stand April 2026.
Fuenf Versicherungsarten sind in Deutschland verpflichtend: die gesetzliche Krankenversicherung (ab einem Einkommen unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze von 73.800 Euro in 2026), die Rentenversicherung (fuer alle abhaengig Beschaeftigten), die Arbeitslosenversicherung, die Pflegeversicherung und die Unfallversicherung (ueber den Arbeitgeber). Zusaetzlich ist die Kfz-Haftpflichtversicherung fuer alle zugelassenen Fahrzeuge (StVG) Pflicht. Fuer bestimmte Berufe gilt eine Berufshaftpflicht (Aerzte, Anwaelte, Architekten, Steuerberater). Die private Krankenversicherung ist fuer Beamte, Selbststaendige und Gutverdiener Pflicht als Alternative zur GKV.
Die PKV-Beitraege variieren stark nach Alter bei Eintritt, Gesundheitszustand, Selbstbeteiligung und gewaehltem Tarif. Fuer einen 30-jaehrigen Angestellten liegen Einsteigertarife mit 500 Euro Selbstbeteiligung bei 300 bis 450 Euro monatlich, Premium-Tarife mit freier Arztwahl und Einbettzimmer bei 600 bis 900 Euro. Fuer Familien wird jedes Familienmitglied einzeln versichert (keine kostenlose Mitversicherung wie in der GKV). Im Alter steigen die Beitraege kontinuierlich, im Durchschnitt um 3 bis 5 Prozent jaehrlich. Der Basistarif (nach Paragraf 152 VAG) ist auf den Hoechstbeitrag der GKV gedeckelt.
Die private Haftpflichtversicherung ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber dringend empfohlen. Fuer Einzelpersonen kostet sie zwischen 45 und 100 Euro jaehrlich, fuer Familien und Lebensgemeinschaften 60 bis 140 Euro. Die empfohlene Versicherungssumme liegt bei mindestens 10 Millionen Euro pauschal fuer Personen-, Sach- und Vermoegensschaeden. Hochwertige Tarife decken zusaetzlich Forderungsausfall, Schluesselverlust bis 50.000 Euro, deliktunfaehige Kinder, Gefaelligkeitsschaeden und Mietsachschaeden ab. Stiftung Warentest vergibt regelmaessig Spitzennoten an Haftpflichtkasse, DEVK, InterRisk und Volkswohl Bund.
Eine BU ist besonders fuer Berufstaetige unter 40 Jahren sinnvoll, da die gesetzliche Erwerbsminderungsrente durchschnittlich nur 918 Euro monatlich betraegt (Quelle: DRV 2025) und fuer viele Berufe nicht existenzsichernd ist. Die Versicherung leistet eine monatliche Rente, wenn man zu mindestens 50 Prozent im bisherigen Beruf berufsunfaehig wird. Die empfohlene Versicherungssumme liegt bei 75 Prozent des Nettoeinkommens. Beitraege variieren nach Beruf: fuer Buerotaetigkeiten 40 bis 80 Euro monatlich bei 1500 Euro BU-Rente, fuer koerperlich arbeitende Berufe 80 bis 200 Euro. Der fruehe Abschluss vor 30 sichert guenstige Praemien und Gesundheitspruefung.
Die Beitragsrueckerstattung (BRE) nach Paragraf 8 VAG ist ein zentrales Merkmal vieler PKV-Tarife. Wer ueber einen festgelegten Zeitraum (meist ein Kalenderjahr) keine Rechnungen einreicht, erhaelt einen Teil seiner Beitraege zurueck, typischerweise zwischen einem und fuenf Monatsbeitraegen. Die BRE ist steuerlich besonders vorteilhaft: sie erhoeht die Sonderausgaben bei der Einkommensteuer indirekt, da im Gegenzug weniger Beitraege als Vorsorge abgesetzt werden koennen, wodurch sich das zu versteuernde Einkommen veraendert. Versicherte muessen abwaegen, ob kleine Rechnungen unter dem BRE-Wert selbst getragen werden sollten, um die Rueckerstattung nicht zu gefaehrden.