Was eine Jahresreiseversicherung abdeckt
Die Jahresreiseversicherung — auch Jahrespolice genannt — fasst verschiedene Reiseversicherungen in einem Vertrag zusammen, der für alle Reisen innerhalb eines Versicherungsjahres gilt. Die typischen Bausteine sind Auslandskrankenversicherung, Reiserücktrittsversicherung und Reiseabbruchversicherung. Je nach Anbieter können auch Reisegepäckversicherung und Reise-Haftpflicht hinzukommen.
Die Jahrespolice gilt in der Regel für alle Reisen ins Ausland, bei manchen Tarifen auch für Inlandsreisen ab einer Entfernung von 100 Kilometern vom Wohnort. Die maximale Reisedauer pro Trip liegt üblicherweise bei 42 bis 56 Tagen — für längere Reisen brauchen Sie eine spezielle Langzeitpolice.
Für wen sich die Jahrespolice lohnt
Die Rechnung ist einfach: Ab zwei Reisen pro Jahr ist die Jahrespolice günstiger als Einzelpolicen. Für Familien mit Kindern, die in den Ferien verreisen, ist sie fast immer die wirtschaftlichste Lösung. Auch Geschäftsreisende, die mehrmals im Jahr ins Ausland fliegen, profitieren von der pauschalen Absicherung.
Die Stiftung Warentest empfiehlt die Jahrespolice allen, die mindestens einmal jährlich ins Ausland reisen. Der Komfort ist ein weiterer Vorteil: Sie müssen nicht vor jeder Reise daran denken, eine Versicherung abzuschließen. Der Schutz besteht automatisch.
Was die Jahrespolice kostet
Die Kosten hängen vom Leistungsumfang ab. Eine reine Auslandskrankenversicherung als Jahrespolice kostet 8 bis 20 Euro für Singles, 15 bis 40 Euro für Familien. Mit Reiserücktritt und Reiseabbruch steigt der Preis auf 80 bis 200 Euro für Singles und 120 bis 350 Euro für Familien.
Bei der Reiserücktrittsversicherung innerhalb der Jahrespolice gibt es oft eine maximale Reisepreis-Grenze — typischerweise 3.000 bis 6.000 Euro pro Reise. Teurere Reisen müssen separat versichert oder der maximale Reisepreis gegen Aufpreis erhöht werden.
Worauf Sie beim Vergleich achten sollten
Maximale Reisedauer: 42 oder 56 Tage pro Reise — wer längere Trips plant, braucht einen Tarif mit mindestens 56 Tagen oder eine separate Langzeitpolice.
Geltungsbereich: Die meisten Jahrespolicen gelten weltweit. Manche günstigeren Tarife beschränken sich auf Europa — prüfen Sie das vor dem Abschluss.
Vorerkrankungen: Bei der Auslandskrankenversicherung wichtig: Deckt der Tarif auch akute Schübe bestehender Erkrankungen ab? Die Verbraucherzentrale rät, hier nicht am falschen Ende zu sparen.
Familientarif: Prüfen Sie, wer als Familie gilt — Partner, Kinder bis 18 oder bis 25 Jahre, und ob auch unverheiratete Partner eingeschlossen sind.
Selbstbeteiligung: Bei der Auslandskrankenversicherung sollte es keine geben. Bei der Reiserücktrittsversicherung kann eine Selbstbeteiligung die Prämie senken — aber bei teuren Reisen ins Geld gehen.
Jahrespolice und Kreditkarte
Manche Premium-Kreditkarten enthalten eine Auslandskrankenversicherung. Doch Vorsicht: Der Leistungsumfang ist oft eingeschränkt, die maximale Reisedauer begrenzt, und die Bedingungen variieren stark. Der GDV empfiehlt, den Kreditkarten-Versicherungsschutz genau zu prüfen und im Zweifel eine separate Jahrespolice abzuschließen. Die Kreditkartenversicherung kann als Ergänzung dienen, sollte aber nicht die einzige Absicherung sein.
Vertragsverlängerung und Kündigung
Die Jahrespolice verlängert sich in der Regel automatisch um ein weiteres Jahr, wenn sie nicht rechtzeitig gekündigt wird. Die Kündigungsfrist beträgt üblicherweise einen Monat vor Ablauf. Die BaFin rät, den Vertrag jährlich zu überprüfen — die Tarife der Versicherer ändern sich, und ein Wechsel kann Geld sparen.