E-Auto versichern: Besonderheiten bei der KFZ-Versicherung für Elektrofahrzeuge

Warum Elektroautos eine besondere Versicherung brauchen

E-Auto versichern: Besonderheiten bei der KFZ-Versicherung für Elektrofahrzeuge

Die Zulassungszahlen für Elektrofahrzeuge steigen seit Jahren. Rund 1,5 Millionen reine Elektroautos sind laut Kraftfahrt-Bundesamt mittlerweile auf Deutschlands Straßen unterwegs. Mit der Verbreitung wächst auch die Erfahrung der Versicherer — und damit die Zahl spezialisierter Tarife.

Der wesentliche Unterschied zum Verbrenner liegt im Hochvolt-Akku. Diese Batterie macht häufig 40 bis 50 Prozent des Fahrzeugwerts aus. Ein Akkuschaden durch Tiefentladung, mechanische Beschädigung bei einem Unfall oder einen Kurzschluss kann Reparaturkosten von 15.000 Euro und mehr verursachen. Standardtarife decken dieses Risiko nicht immer vollständig ab.

Akku-Schutz: Das wichtigste Kriterium

Prüfen Sie bei jedem E-Auto-Tarif, ob der Akku explizit mitversichert ist — sowohl in der Teil- als auch in der Vollkasko. Die besten Tarife decken folgende Szenarien ab: Beschädigung durch Unfall oder äußere Einwirkung, Kurzschluss und Überspannung, Tiefentladung und Bedienfehler, Tierbiss an Hochvoltkabeln und Folgeschäden durch Akkudefekte.

Manche Versicherer schließen den Akku nur ein, wenn er Eigentum des Versicherungsnehmers ist. Bei geleasten Akkus — etwa bei einigen Renault-Modellen — besteht eine Deckungslücke. Klären Sie das vor Vertragsabschluss.

Typklassen für E-Autos

Die Typklassen werden vom GDV jährlich anhand der Schadensstatistik berechnet. Viele Elektroautos sind trotz ihres höheren Anschaffungspreises in vergleichsweise moderaten Typklassen eingestuft, weil ihre Fahrer im Schnitt weniger und weniger schwere Unfälle verursachen. Tesla Model 3 und VW ID.3 etwa liegen in der Haftpflicht im Mittelfeld.

Allerdings sind die Kaskoklassen bei einigen Modellen überdurchschnittlich hoch — vor allem wegen der teuren Reparaturen. Aluminium-Karosserien und integrierte Akkusysteme, die sich nur komplett tauschen lassen, treiben die Kosten. Der GDV beobachtet diese Entwicklung und passt die Klassen regelmäßig an.

Wallbox und Ladekabel mitversichern

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Die Wallbox in der Garage oder am Carport ist über die Wohngebäudeversicherung abgedeckt — sofern sie fest installiert ist. Mobile Ladeeinheiten und Ladekabel hingegen fallen unter die Hausratversicherung. Prüfen Sie bei beiden Verträgen, ob die Deckungssumme ausreicht: Eine hochwertige Wallbox kostet mit Installation schnell 2.000 Euro.

Einige KFZ-Versicherer bieten mittlerweile erweiterte Elektro-Bausteine an, die Ladezubehör und sogar Schäden an fremden Ladestationen einschließen. Das kann sinnvoll sein, wenn Sie häufig an öffentlichen Säulen laden.

Brand- und Löschrisiko

Brennt ein Elektroauto, unterscheidet sich der Löschvorgang erheblich von dem bei Verbrennern. Lithium-Ionen-Akkus können thermisch durchgehen und stundenlang nachbrennen. Die Feuerwehr muss das Fahrzeug in speziellen Containern unter Wasser setzen. Die BaFin hat Versicherer aufgefordert, diese besonderen Lösch- und Bergungskosten in der Tarifkalkulation zu berücksichtigen.

Für Sie als Versicherte bedeutet das: Achten Sie darauf, dass Ihr Tarif Bergungskosten großzügig abdeckt. 10.000 Euro Deckungssumme für Bergung und Abschleppen sind bei E-Autos das Minimum — besser sind 15.000 oder 20.000 Euro.

Förderung und Versicherung

Die staatliche Umweltprämie ist ausgelaufen, doch der niedrigere Steuersatz für E-Autos (0,25 Prozent Listenpreis bei der Dienstwagenbesteuerung statt 1 Prozent) gilt weiterhin. Bei der Versicherung selbst gibt es keine staatliche Förderung, aber manche Versicherer gewähren Öko-Rabatte von 5 bis 15 Prozent für emissionsfreie Fahrzeuge.

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Haufig gestellte Fragen

Ist die KFZ-Versicherung für E-Autos teurer als für Verbrenner?
Nicht unbedingt. Die Haftpflicht ist oft vergleichbar. In der Kasko können E-Autos wegen teurer Akku-Reparaturen etwas höher eingestuft sein. Vergleichen Sie mehrere Angebote — die Unterschiede sind groß.
Was passiert, wenn der Akku bei einem Unfall beschädigt wird?
Ein guter Kasko-Tarif deckt Akkuschäden einschließlich Totalschaden des Akkus ab. Achten Sie darauf, dass auch Folgeschäden durch den Akku versichert sind.
Brauche ich eine spezielle E-Auto-Versicherung?
Eine spezialisierte Police ist nicht zwingend nötig, aber empfehlenswert. Achten Sie darauf, dass Akku-Schutz, Ladezubehör und erweiterte Bergungskosten enthalten sind.

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