Was die Glasversicherung abdeckt
Die Glasversicherung ist eine Zusatzversicherung, die Bruchschäden an Glasflächen im und am Gebäude übernimmt. Dazu gehören Fensterscheiben, Glastüren, Glasduschwand, Wintergarten-Verglasungen, Glaskeramik-Kochfelder (Ceranfeld), Spiegel und Glasbausteine. Die Versicherung zahlt bei Bruch, unabhängig von der Ursache.
Es gibt zwei Varianten: Die Gebäudeglas-Versicherung deckt fest verbautes Glas ab — Fenster, Türen, Wintergarten. Die Mobiliar-Glasversicherung schützt bewegliche Glasgegenstände wie Glastische, Vitrinen und Glaskeramik-Kochfelder. Viele Tarife bieten beide Varianten kombiniert an.
Was die Glasversicherung kostet
Die Beiträge hängen von der Wohnungsgröße und der Ausstattung ab. Für eine durchschnittliche Dreizimmerwohnung liegen die Kosten bei 50 bis 100 Euro pro Jahr. Häuser mit großen Glasflächen, Wintergarten oder Glasfassade zahlen mehr — bis zu 200 Euro jährlich.
Die meisten Tarife arbeiten ohne Selbstbeteiligung, was bei der Schadensregulierung angenehm ist. Einige günstigere Tarife haben eine Selbstbeteiligung von 50 bis 100 Euro.
Wann sich die Glasversicherung lohnt
Die Glasversicherung lohnt sich vor allem für Eigentümer von Immobilien mit großen Glasflächen, Wintergärten oder bodentiefen Fenstern. Auch Mieter mit teuren Glaskeramik-Kochfeldern, Glasduschen oder großflächigen Spiegeln profitieren. Bei einer Standard-Mietwohnung mit normalen Fenstern und ohne besondere Glasausstattung ist der Nutzen dagegen fragwürdig.
Die Verbraucherzentrale ordnet die Glasversicherung in die Kategorie der verzichtbaren Versicherungen ein — mit einer Ausnahme: Für Immobilienbesitzer mit überdurchschnittlich viel Glas kann sie sich rechnen.
Glasversicherung vs. Hausratversicherung
Die Hausratversicherung deckt Glasbruch nur in bestimmten Fällen ab: bei Einbruchdiebstahl, Feuer, Sturm oder Leitungswasser. Zufälliger Glasbruch — das Kind wirft den Ball gegen die Fensterscheibe, Sie stoßen gegen die Glastür — ist in der Hausrat nicht versichert. Genau diese Fälle deckt die Glasversicherung ab.
Manche Hausratversicherungen bieten eine integrierte Glasversicherung als Zusatzbaustein an. Das kann günstiger sein als eine separate Police und vereinfacht die Verwaltung.
Glasversicherung für Mieter vs. Eigentümer
Für Mieter ist die Mobiliar-Glasversicherung relevant: Ceranfeld, Glastisch, Dusche. Die Gebäudeverglasung ist Sache des Vermieters — der hat in der Regel eine Gebäudeversicherung mit Glasbaustein. Für Eigentümer lohnt sich die Gebäudeglas-Versicherung, insbesondere bei Wintergarten, Glasfassade oder bodentiefen Fenstern.
Tipps für den Abschluss
Prüfen Sie zuerst, ob Ihre Hausratversicherung bereits einen Glasbaustein enthält oder anbietet. Das ist oft günstiger als eine separate Glasversicherung. Dokumentieren Sie die Glasflächen in Ihrem Haushalt und deren Wert. Im Schadensfall erleichtert das die Regulierung. Und melden Sie Schäden sofort — eine verzögerte Meldung kann zur Kürzung der Leistung führen.