Elementarschadenversicherung: Schutz gegen Hochwasser, Starkregen und Erdrutsch

Was sind Elementarschäden?

Elementarschadenversicherung: Schutz gegen Hochwasser, Starkregen und Erdrutsch

Elementarschäden werden durch Naturereignisse verursacht, die über die üblichen Gefahren (Sturm, Hagel, Blitz) hinausgehen. Dazu zählen Überschwemmung und Hochwasser, Starkregen, Rückstau aus der Kanalisation, Schneedruck und Lawinen, Erdbeben und Erdrutsch, Erdsenkung und Vulkanausbruch.

Diese Gefahren sind in der Standard-Hausrat- und Wohngebäudeversicherung nicht enthalten. Sie müssen als separater Baustein hinzugebucht werden — die sogenannte Elementarschadenversicherung oder erweiterte Naturgefahrendeckung.

Warum der Schutz dringender wird

Die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal 2021 hat schmerzhaft gezeigt, wie verwundbar Gebäude und Hausrat gegenüber extremen Wetterereignissen sind. Die versicherten Schäden beliefen sich auf über 8 Milliarden Euro — die unversicherten auf ein Vielfaches. Viele Betroffene standen vor dem finanziellen Ruin, weil sie keine Elementarschadenversicherung hatten.

Der GDV warnt seit Jahren: Durch den Klimawandel nehmen Starkregenereignisse und Überschwemmungen zu. Selbst Gebiete, die bisher als sicher galten, können betroffen sein. Starkregen unterscheidet nicht zwischen Risikozone und vermeintlich sicherem Hinterland — er kann überall auftreten.

Was kostet die Elementarschadenversicherung?

Der Aufpreis in der Hausratversicherung liegt für die meisten Regionen bei 20 bis 80 Euro pro Jahr. In der Wohngebäudeversicherung kann der Aufpreis höher ausfallen — 100 bis 500 Euro sind üblich, je nach Lage und Gebäudeart.

In Gebieten mit hohem Hochwasserrisiko (ZÜRS-Zone 3 und 4) kann der Elementarschutz deutlich teurer werden oder mit hohen Selbstbeteiligungen verbunden sein. Einige Versicherer lehnen das Risiko in den höchsten Zonen ganz ab. In den ZÜRS-Zonen 1 und 2 (rund 93 Prozent aller Adressen in Deutschland) ist der Schutz dagegen problemlos und günstig erhältlich.

ZÜRS-Zonen: Wie gefährdet ist Ihr Standort?

Elementarschadenversicherung: Schutz gegen Hochwasser, Starkregen und Erdrutsch - illustration

Das Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen (ZÜRS) des GDV teilt alle Adressen in Deutschland in vier Gefährdungsklassen ein. Zone 1 bedeutet geringes Risiko, Zone 4 hohes Risiko. Sie können Ihre Zone beim GDV-Naturgefahrencheck kostenlos abfragen.

Doch Vorsicht: ZÜRS berücksichtigt vor allem Flusshochwasser. Starkregen kann auch in Zone 1 erhebliche Schäden verursachen — insbesondere bei Hanglagen, versiegelten Flächen oder unzureichender Kanalisation. Rund 99 Prozent aller Gebäude in Deutschland sind nach Einschätzung des GDV problemlos gegen Elementarschäden versicherbar.

Rückstau: Die unterschätzte Gefahr

Bei Starkregen kann die Kanalisation überlastet werden. Wasser drückt dann durch die Abflüsse zurück in den Keller. Diese sogenannten Rückstauschäden sind häufiger als man denkt und können erhebliche Schäden an Einrichtung und Bausubstanz verursachen.

Voraussetzung für die Versicherungsleistung ist in der Regel eine funktionierende Rückstauklappe. Fehlt diese, kann der Versicherer die Leistung kürzen oder verweigern. Die Installation einer Rückstauklappe kostet je nach Aufwand 500 bis 2.000 Euro — eine sinnvolle Investition, die über die Versicherung hinaus Schäden verhindert.

Pflichtversicherung in der Diskussion

Nach der Ahrtal-Katastrophe wird in der Politik über eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden diskutiert. Die Justizministerkonferenz hat sich mehrheitlich dafür ausgesprochen. Der GDV steht der Idee grundsätzlich offen gegenüber, fordert aber begleitende Maßnahmen wie Bauverbote in Hochrisikogebieten und verpflichtende Schutzmaßnahmen an bestehenden Gebäuden.

Bis eine Pflichtversicherung kommt, bleibt der Elementarschutz freiwillig. Die Verbraucherzentrale empfiehlt dringend, ihn abzuschließen — die Kosten stehen in keinem Verhältnis zum potenziellen Schaden.

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Haufig gestellte Fragen

Sind Starkregen-Schäden automatisch über die Hausratversicherung gedeckt?
Nein. Starkregen ist ein Elementarereignis und nur über den Zusatzbaustein Elementarschäden versichert. Ohne diesen Baustein müssen Sie die Kosten selbst tragen.
Kann ich eine Elementarschadenversicherung auch einzeln abschließen?
Nein, der Elementarschutz ist immer ein Baustein der Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung. Er kann nicht als eigenständige Police abgeschlossen werden.
Zahlt die Elementarversicherung auch bei Grundwasserschäden?
In der Regel nicht. Schäden durch ansteigendes Grundwasser sind bei den meisten Versicherern ausgeschlossen. Gedeckt ist nur Wasser, das oberirdisch in das Gebäude eindringt.

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