Pflegezusatzversicherung 2026: Pflege-Bahr, Pflegetagegeld & Kosten

Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nur einen Bruchteil der tatsächlichen Pflegekosten. Bei Pflegegrad 3 zahlt die Pflegekasse maximal 1.612 Euro im Monat für stationäre Pflege — ein Pflegeheimplatz kostet aber 3.000 bis 4.500 Euro. Die Differenz zahlen Sie selbst. Eine Pflegezusatzversicherung kann diese Lücke schließen.

Die Pflegelücke in Zahlen

PflegegradPflegekasse (stationär)Durchschnittliche KostenMonatliche Lücke
Pflegegrad 2770 €2.500-3.500 €1.730-2.730 €
Pflegegrad 31.262 €3.000-4.000 €1.738-2.738 €
Pflegegrad 41.775 €3.500-4.500 €1.725-2.725 €
Pflegegrad 52.005 €3.500-5.000 €1.495-2.995 €

Bei durchschnittlich 4 Jahren Pflegebedürftigkeit summiert sich die Lücke auf 80.000 bis 130.000 Euro. Ohne private Vorsorge müssen Kinder oder das Vermögen einspringen.

Arten der Pflegezusatzversicherung

TypMonatlich abLeistungFlexibilität
Pflegetagegeld20-80 €Fester Betrag pro Tag (z.B. 50 €/Tag)Frei verwendbar
Pflegekostenversicherung30-100 €Erstattung tatsächlicher KostenNur für Pflege
Pflege-Bahr (staatlich gefördert)10+ €Mindestens 600 €/Monat bei PG560 € Förderung/Jahr
Pflegerentenversicherung40-150 €Monatliche Rente bei PflegebedarfFrei verwendbar

Pflege-Bahr: Die geförderte Variante

Seit 2013 fördert der Staat private Pflegevorsorge mit 60 Euro/Jahr (5 Euro/Monat). Voraussetzung: Mindestbeitrag 10 Euro/Monat. Das klingt attraktiv — die Leistungen der Pflege-Bahr-Tarife sind aber mager. Bei Pflegegrad 5 gibt es mindestens 600 Euro/Monat — die Pflegelücke ist damit nicht annähernd geschlossen.

Mein Fazit: Pflege-Bahr als Basis + eigenfinanziertes Pflegetagegeld als Ergänzung ist eine sinnvolle Kombination.

Wann abschließen?

Je früher, desto günstiger. Mit 30 Jahren zahlen Sie für ein Pflegetagegeld von 50 Euro/Tag ca. 25 Euro/Monat. Mit 50 Jahren: 50-80 Euro/Monat. Ab 60: Oft nicht mehr versicherbar oder extrem teuer.

FAQ

Werden Vorerkrankungen bei der Pflegezusatzversicherung geprüft?

Beim Pflegetagegeld und der Pflegekostenversicherung: Ja, Gesundheitsfragen. Bei Pflege-Bahr: Nein, Aufnahmegarantie (aber oft Wartezeit von 5 Jahren).

Kann ich die Pflegezusatzversicherung steuerlich absetzen?

Ja, als Sonderausgabe. Der Höchstbetrag ist aber meist schon durch andere Versicherungen ausgeschöpft.

Was ist, wenn ich die Beiträge im Alter nicht mehr zahlen kann?

Die meisten Tarife bieten eine Beitragsfreistellung an. Sie zahlen dann keine Beiträge mehr, erhalten aber reduzierte Leistungen.

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