Anhängerversicherung: Pflicht, Kosten und was Sie wissen müssen

Wann braucht ein Anhänger eine eigene Versicherung?

Anhängerversicherung: Pflicht, Kosten und was Sie wissen müssen

Anhänger mit eigenem amtlichen Kennzeichen benötigen eine separate Haftpflichtversicherung — das schreibt das Pflichtversicherungsgesetz vor. Das betrifft alle Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 750 kg sowie alle Anhänger, die ein eigenes Kennzeichen tragen, unabhängig vom Gewicht.

Kleine Anhänger bis 750 kg ohne eigenes Kennzeichen sind über die Haftpflicht des Zugfahrzeugs mitversichert. Sie brauchen keine gesonderte Police. Allerdings gilt das nur für die Haftpflicht — wer den Anhänger selbst gegen Schäden absichern will, benötigt eine separate Kaskoversicherung.

Was kostet eine Anhängerversicherung?

Die Haftpflichtprämien für PKW-Anhänger sind moderat: 30 bis 80 Euro pro Jahr sind üblich. Die Teilkasko, die Diebstahl, Brand und Naturereignisse abdeckt, kostet zusätzlich 50 bis 150 Euro jährlich, je nach Wert des Anhängers und der transportierten Ladung.

Vollkasko für Anhänger ist selten, kann aber bei teuren Spezialahängern (Pferdeanhänger, Bootsanhänger, Verkaufsanhänger) sinnvoll sein. Hier liegen die Prämien je nach Wert bei 200 bis 500 Euro pro Jahr.

Welche Schäden deckt die Anhängerversicherung?

Die Haftpflicht übernimmt Schäden, die der Anhänger Dritten zufügt — etwa wenn sich der Anhänger löst und ein geparktes Auto beschädigt, oder wenn herabfallende Ladung einen Unfall verursacht. Die Deckungssummen entsprechen denen der PKW-Haftpflicht: mindestens 7,5 Millionen Euro für Personenschäden.

Die Teilkasko deckt Schäden am Anhänger selbst: Diebstahl (auch des gesamten Anhängers), Brandschäden, Glasbruch (etwa bei geschlossenen Anhängern) und Elementarschäden durch Sturm, Hagel oder Überschwemmung.

Ladung richtig absichern

Anhängerversicherung: Pflicht, Kosten und was Sie wissen müssen - illustration

Transportierte Waren und Gegenstände sind weder über die Anhängerversicherung noch über die KFZ-Versicherung des Zugfahrzeugs gedeckt. Für den Inhalt des Anhängers benötigen Sie eine separate Transportversicherung oder — bei privater Nutzung — den Schutz Ihrer Hausratversicherung, sofern diese Transportschäden einschließt.

Gewerbliche Nutzer sollten eine Verkehrshaftungsversicherung oder eine Warentransportversicherung abschließen. Die Kosten richten sich nach dem Warenwert und der Häufigkeit der Transporte.

Saisonkennzeichen für Anhänger

Wird der Anhänger nur saisonal genutzt — etwa für den Boots- oder Campingtransport im Sommer — ist ein Saisonkennzeichen möglich. Die Versicherungsprämie reduziert sich anteilig. In den Ruhemonaten darf der Anhänger nicht im öffentlichen Straßenverkehr stehen.

Besonderheiten bei Wohnwagen

Wohnwagen sind eine Sonderform des Anhängers und benötigen stets ein eigenes Kennzeichen und eine eigene Haftpflichtversicherung. Wegen des hohen Neuwerts (30.000 Euro und mehr bei modernen Wohnwagen) ist eine Vollkasko empfehlenswert. Achten Sie auf Inhaltsversicherung: Einrichtung und persönliche Gegenstände im Wohnwagen sind nicht automatisch mitversichert.

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Haufig gestellte Fragen

Ist mein kleiner Anhänger automatisch über das Zugfahrzeug versichert?
Ja, Anhänger ohne eigenes Kennzeichen sind über die Haftpflicht des Zugfahrzeugs mitversichert. Für Kaskoschäden am Anhänger selbst benötigen Sie aber eine separate Police.
Was passiert, wenn sich der Anhänger während der Fahrt löst?
Schäden an Dritten werden über die Anhänger-Haftpflicht reguliert (oder über die des Zugfahrzeugs, wenn kein eigenes Kennzeichen vorhanden ist). Schäden am Anhänger selbst deckt nur die Kaskoversicherung.
Brauche ich für einen Fahrradträger-Anhänger eine Versicherung?
Nur wenn der Fahrradträger als Anhänger mit eigenem Kennzeichen zugelassen ist. Die meisten Heckträger sind jedoch keine Anhänger im rechtlichen Sinne und benötigen keine gesonderte Versicherung.

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