Was sind Mietsachschäden?
Mietsachschäden sind Schäden an fest mit der Wohnung verbundenen Gegenständen, die dem Vermieter gehören. Dazu zählen Böden (Parkett, Fliesen, Teppichboden), Sanitäranlagen (Badewanne, Waschbecken, Toilette), Türen und Fenster, Einbauküchen (sofern vom Vermieter gestellt), Heizkörper und Wandflächen.
Vom normalen Verschleiß unterscheiden sich Mietsachschäden dadurch, dass sie durch ein konkretes Ereignis verursacht werden: Ein schwerer Gegenstand fällt auf die Fliese, ein Nagel reißt ein Stück Putz ab, heißes Wasser verfärbt die Küchen arbeitsplatte.
Welche Schäden deckt die Haftpflicht?
Die private Haftpflichtversicherung übernimmt Mietsachschäden an der gemieteten Wohnung, wenn der Tarif eine entsprechende Klausel enthält — und das ist bei modernen Policen Standard. Abgedeckt sind in der Regel Schäden an fest eingebauten Gebäudebestandteilen, sofern sie durch ein versichertes Ereignis verursacht wurden.
Typische versicherte Schadenfälle: Sie stoßen beim Einzug mit dem Schrank gegen den Türrahmen und beschädigen ihn. Das Bügeleisen fällt auf die Fliesen. Die Kinder werfen einen Ball gegen die Glasvitrine des Vermieters. Wasser tritt aus der Waschmaschine aus und beschädigt den Parkettboden.
Die große Ausnahme: Allmählichkeitsschäden
Schäden, die allmählich und über einen längeren Zeitraum entstehen, sind in der Regel nicht versichert. Klassische Beispiele: Wasserflecken durch undichte Blumentöpfe, Schimmelbildung durch falsches Lüften, Verfärbungen des Bodens durch Möbelfüße oder langsames Abnutzen des Teppichs durch Bürostühle.
Die Abgrenzung ist in der Praxis nicht immer eindeutig. Ein plötzlich auslaufender Wasserschlauch ist ein versichertes Ereignis; ein über Monate tropfender Anschluss nicht. Im Zweifelsfall entscheidet die Formulierung in den Versicherungsbedingungen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Schäden möglichst zeitnah zu dokumentieren und dem Versicherer zu melden.
Glasschäden: Ceranfeld, Duschkabine, Fenster
Glasschäden an fest eingebauten Gegenständen — Ceranfeld, Duschkabine, Spiegel — fallen unter die Mietsachschadenklausel. Allerdings sind die Deckungssummen für Glasschäden bei manchen Tarifen separat begrenzt. Ein Ceranfeld-Austausch kostet je nach Modell 300 bis 800 Euro — stellen Sie sicher, dass Ihre Deckung mindestens diese Größenordnung abdeckt.
Fensterglas ist in der Regel kein Mietsachschaden, sondern Gebäudebestandteil und über die Gebäudeversicherung des Vermieters gedeckt. Hier muss der Vermieter seinen eigenen Versicherer kontaktieren.
Mietsachschäden bei Ferienwohnungen und Hotels
Die Mietsachschadenklausel gilt in den meisten Tarifen auch für vorübergehend gemietete Unterkünfte: Ferienwohnungen, Hotelzimmer und Pensionen. Wenn Sie im Urlaub die Badezimmerarmatur des Ferienhauses beschädigen, greift Ihre Haftpflicht — vorausgesetzt, der Tarif schließt gemietete Unterkünfte im In- und Ausland ein.
Prüfen Sie die Bedingungen vor der Reise. Einige günstige Tarife beschränken die Deckung auf den privaten Wohnraum in Deutschland.
Selbstbeteiligung bei Mietsachschäden
Manche Versicherer sehen bei Mietsachschäden eine Selbstbeteiligung von 100 bis 300 Euro vor — auch wenn der restliche Tarif keine Selbstbeteiligung hat. Achten Sie auf dieses Detail, besonders bei Schäden im kleineren Bereich, die den Eigenanteil kaum übersteigen. Im Zweifel lohnt es sich, den Schaden direkt mit dem Vermieter zu klären, statt den Versicherer einzuschalten.