Sterbegeldversicherung: Sinnvoll oder überflüssig?

Was ist eine Sterbegeldversicherung?

Sterbegeldversicherung: Sinnvoll oder überflüssig?

Die Sterbegeldversicherung ist eine kleine Kapitallebensversicherung, die speziell die Bestattungskosten abdecken soll. Sie zahlt im Todesfall eine vereinbarte Summe — meist zwischen 5.000 und 15.000 Euro — an die Hinterbliebenen oder direkt an ein Bestattungsunternehmen aus. Seit 2004, als das gesetzliche Sterbegeld der Krankenkassen abgeschafft wurde, hat diese Versicherungsform an Bedeutung gewonnen.

Anders als die Risikolebensversicherung ist die Sterbegeldversicherung nicht befristet: Sie läuft lebenslang. Die Beitragszahlung endet allerdings in der Regel mit 65 oder 85 Jahren — der Schutz besteht danach beitragsfrei weiter.

Was eine Bestattung kostet

Die Kosten für eine Bestattung in Deutschland variieren stark. Eine einfache Feuerbestattung mit Urnenbeisetzung beginnt bei etwa 3.000 Euro. Eine Erdbestattung mit Trauerfeier, Grabstein und Grabpflege kann 8.000 bis 12.000 Euro kosten. In Großstädten wie München oder Hamburg liegen die Friedhofsgebühren besonders hoch.

Nicht zu unterschätzen sind die laufenden Kosten für die Grabpflege, die über die Liegezeit von 20 bis 30 Jahren ebenfalls mehrere tausend Euro betragen können. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die tatsächlichen Bestattungskosten realistisch zu kalkulieren, bevor eine Versicherungssumme festgelegt wird.

Die Kritik an der Sterbegeldversicherung

Die Stiftung Warentest steht der Sterbegeldversicherung skeptisch gegenüber — und dafür gibt es gute Gründe. Wer über Jahrzehnte Beiträge zahlt, zahlt in vielen Fällen mehr ein, als am Ende ausgezahlt wird. Ein 50-Jähriger, der eine Sterbegeldversicherung über 10.000 Euro abschließt, zahlt bis zum Beitragsende bei 85 Jahren insgesamt 12.000 bis 15.000 Euro ein. Das gleiche Geld auf einem Tagesgeldkonto angelegt, hätte mit Zinsen deutlich mehr ergeben.

Dazu kommt die Wartezeit: In den ersten drei Jahren zahlt die Versicherung im Todesfall nur die eingezahlten Beiträge zurück — ohne Zinsen. Das schützt den Versicherer vor Antiselektion, benachteiligt aber ältere Versicherte, die den Schutz am dringendsten brauchen.

Wann die Sterbegeldversicherung trotzdem Sinn macht

Sterbegeldversicherung: Sinnvoll oder überflüssig? - illustration

Es gibt Konstellationen, in denen die Sterbegeldversicherung ihre Berechtigung hat. Wer kein Sparvermögen hat und keines aufbauen kann, für den ist die Sterbegeldversicherung eine Form des Zwangssparens. Die Beiträge werden regelmäßig abgebucht, das Geld steht im Todesfall garantiert zur Verfügung.

Für Personen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Risikolebensversicherung mehr bekommen, ist die Sterbegeldversicherung oft die einzige Option. Die Gesundheitsprüfung ist deutlich weniger streng — viele Tarife verzichten komplett darauf.

Wer sicherstellen möchte, dass die Bestattungskosten nicht aus dem Nachlass bezahlt werden müssen und die Erben entlasten will, findet in der Sterbegeldversicherung eine zweckgebundene Lösung.

Alternativen zur Sterbegeldversicherung

Die einfachste Alternative: Ein separates Sparkonto oder Tagesgeldkonto, auf das monatlich ein fester Betrag eingezahlt wird. Das ist flexibler, bringt Zinsen, und das Geld ist jederzeit verfügbar. Der GDV weist allerdings darauf hin, dass die Disziplin beim Eigensparen oft nachlässt — die Versicherung hat den Vorteil des Automatismus.

Eine Risikolebensversicherung mit kleiner Versicherungssumme ist eine weitere Option. Sie ist deutlich günstiger als eine Sterbegeldversicherung, allerdings befristet und an Gesundheitsfragen gebunden.

Bestattungsvorsorge-Verträge mit einem Bestattungsinstitut sind eine dritte Möglichkeit. Dabei wird die gewünschte Bestattung zu heutigen Preisen festgelegt und in Raten oder als Einmalzahlung beglichen. Vorteil: Das Geld ist zweckgebunden und vor dem Zugriff des Sozialamts geschützt.

Auf Pfändungsschutz achten

Ein wichtiger Aspekt für Personen mit geringem Einkommen: Die Sterbegeldversicherung genießt unter bestimmten Voraussetzungen Pfändungsschutz und wird bei der Berechnung von Sozialleistungen nicht als Vermögen angerechnet. Die BaFin empfiehlt, sich hierzu individuell beraten zu lassen, da die Regelungen je nach Bundesland variieren können.

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Haufig gestellte Fragen

Lohnt sich eine Sterbegeldversicherung für junge Menschen?
In der Regel nicht. Junge Menschen haben genug Zeit, die Bestattungskosten selbst anzusparen. Eine Risikolebensversicherung bietet deutlich mehr Schutz zu geringeren Kosten.
Wird die Sterbegeldversicherung auf Sozialleistungen angerechnet?
Unter bestimmten Voraussetzungen nicht. Sterbegeldversicherungen mit angemessener Summe genießen oft Schonvermögen-Status. Die genauen Regelungen variieren und sollten individuell geprüft werden.
Was passiert mit der Sterbegeldversicherung bei Kündigung?
Sie erhalten den Rückkaufswert — der liegt gerade in den ersten Jahren deutlich unter den eingezahlten Beiträgen. Eine Kündigung lohnt sich daher selten.
Gibt es eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung?
Ja, viele Anbieter verzichten auf Gesundheitsfragen. Allerdings gelten dann längere Wartezeiten von bis zu drei Jahren, in denen nur die eingezahlten Beiträge erstattet werden.

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