Fondsgebundene Lebensversicherung: Chancen und Risiken im Überblick

Wie die fondsgebundene Lebensversicherung funktioniert

Fondsgebundene Lebensversicherung: Chancen und Risiken im Überblick

Bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung fließen Ihre Beiträge nicht in den Deckungsstock des Versicherers, sondern in Investmentfonds. Sie wählen selbst — oder zusammen mit Ihrem Berater —, in welche Fonds investiert wird: Aktienfonds, Rentenfonds, ETFs oder Mischfonds. Die Ablaufleistung hängt direkt von der Wertentwicklung dieser Fonds ab.

Der Versicherungsmantel bietet dabei steuerliche Vorteile: Fondsumschichtungen innerhalb des Vertrags sind steuerfrei, und bei Auszahlung nach dem 62. Lebensjahr und mindestens zwölf Jahren Laufzeit wird nur der halbe Ertragsanteil mit dem persönlichen Steuersatz versteuert.

Der Unterschied zur klassischen Lebensversicherung

Der zentrale Unterschied: Es gibt keinen Garantiezins. Die klassische Kapitallebensversicherung garantiert eine Mindestverzinsung — aktuell 1,0 Prozent — und investiert konservativ. Die fondsgebundene Variante bietet keine Garantie auf die Ablaufleistung. Dafür sind die Renditechancen deutlich höher.

Historisch betrachtet haben Aktienmärkte über lange Zeiträume von 20 bis 30 Jahren Renditen von 6 bis 8 Prozent pro Jahr erzielt. Nach Abzug der Versicherungskosten bleiben bei einer fondsgebundenen Police immer noch 4 bis 6 Prozent — deutlich mehr als die 1 bis 2 Prozent der klassischen Variante. Der GDV weist allerdings darauf hin, dass vergangene Renditen keine Garantie für die Zukunft sind.

Kostenstruktur verstehen

Die Kosten sind der Achillesferse der fondsgebundenen Lebensversicherung. Es gibt Abschlusskosten, die in den ersten Jahren von den Beiträgen abgezogen werden — typischerweise 2,5 Prozent der Beitragssumme über die gesamte Laufzeit. Dazu kommen Verwaltungskosten von 0,5 bis 1,5 Prozent des Fondsguthabens jährlich. Und die Fonds selbst haben ebenfalls laufende Kosten (Total Expense Ratio), die bei aktiv gemanagten Fonds 1 bis 2 Prozent betragen.

Die Stiftung Warentest kritisiert regelmäßig die mangelnde Kostentransparenz vieler Anbieter. Vor Abschluss sollten Sie die Effektivkosten kennen — das ist eine Kennzahl, die alle Kosten zusammenfasst und zeigt, um wie viel Prozentpunkte die Kosten die Fondsrendite schmälern. Gute Tarife liegen unter 1 Prozent Effektivkosten, teure über 2 Prozent.

Fondsauswahl und ETFs

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Die Fondsauswahl ist entscheidend für den Erfolg. Immer mehr Versicherer bieten ETFs (börsengehandelte Indexfonds) als Anlageoptionen an. ETFs haben deutlich niedrigere laufende Kosten als aktiv gemanagte Fonds — typischerweise 0,1 bis 0,5 Prozent statt 1,5 bis 2 Prozent. Das kann über 30 Jahre einen Renditevorteil von mehreren zehntausend Euro ausmachen.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, auf eine breite Diversifikation zu achten. Ein weltweit streuender Aktien-ETF als Basis, ergänzt durch einen Renten-ETF für die Absicherung in den letzten Jahren vor der Auszahlung, ist eine bewährte Strategie.

Garantiebausteine und Hybridmodelle

Viele Versicherer bieten Hybridmodelle an, die fondsgebundene Anlage mit einer Beitragsgarantie kombinieren. Der Versicherer garantiert, dass mindestens die eingezahlten Beiträge — oder ein Prozentsatz davon — am Ende zurückgezahlt werden. Dafür wird ein Teil der Beiträge in den konservativen Deckungsstock investiert.

Das Problem: Je höher die Garantie, desto geringer die Renditechance. Eine 100-Prozent-Beitragsgarantie bedeutet, dass ein Großteil des Geldes konservativ angelegt wird — die Aktienquote sinkt auf 20 bis 40 Prozent. Die BaFin rät, die Garantie auf 80 Prozent zu reduzieren, wenn der Anlagehorizont lang genug ist.

Für wen sich die fondsgebundene Lebensversicherung eignet

Das Produkt passt für Anleger, die einen langen Zeithorizont von mindestens 15 bis 20 Jahren haben, Schwankungen aushalten können und von den Steuervorteilen des Versicherungsmantels profitieren wollen. Für Personen, die in der Ansparphase häufig umschichten möchten, ist der steuerfreie Fondswechsel innerhalb des Vertrags ein echtes Plus.

Weniger geeignet ist sie für sicherheitsorientierte Anleger, die keine Kursverluste verkraften können, für Personen mit kurzem Anlagehorizont und für alle, die maximale Flexibilität beim Kapitalzugriff benötigen.

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Haufig gestellte Fragen

Kann ich bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung Geld verlieren?
Ja, ohne Beitragsgarantie kann die Ablaufleistung unter den eingezahlten Beiträgen liegen. Das Risiko sinkt allerdings mit zunehmender Laufzeit deutlich.
Welche Fonds sollte ich für die Police wählen?
Breit streuende ETFs auf den MSCI World oder FTSE All-World sind eine solide Basis. In den letzten Jahren vor Ablauf sollten Sie in defensivere Fonds umschichten.
Ist eine fondsgebundene Lebensversicherung besser als ein ETF-Sparplan?
Das hängt von Ihrer Steuersituation ab. Der Versicherungsmantel bietet Steuervorteile bei der Auszahlung und steuerfreies Umschichten. Dafür sind die laufenden Kosten höher als bei einem reinen ETF-Sparplan.
Kann ich die Fondsauswahl während der Laufzeit ändern?
Ja, bei den meisten Tarifen können Sie die Fondsauswahl jederzeit und steuerfrei ändern. Die Häufigkeit und die Kosten für Umschichtungen variieren je nach Anbieter.

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