Wofür eine Risikolebensversicherung da ist
Die Risikolebensversicherung zahlt eine vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen, wenn die versicherte Person während der Vertragslaufzeit stirbt. Punkt. Sie spart kein Kapital an, sie bildet keine Rücklage. Sie ist reiner Todesfallschutz — und genau das macht sie so günstig und so wirkungsvoll.
Für Familien mit Kindern, für Paare mit gemeinsamer Baufinanzierung oder für Alleinverdiener-Haushalte ist sie eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt. Die Stiftung Warentest zählt sie zu den wenigen Policen, die wirklich jeder Mensch mit finanziellen Verpflichtungen haben sollte.
Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?
Die Faustregel lautet: drei bis fünf Jahresbruttoeinkommen des Versicherten. Wer 50.000 Euro brutto verdient, sollte eine Summe von 150.000 bis 250.000 Euro wählen. Bei einer laufenden Baufinanzierung sollte die Restschuld zusätzlich einkalkuliert werden.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, großzügig zu kalkulieren. Die Prämienunterschiede zwischen 200.000 und 300.000 Euro Versicherungssumme sind bei jungen, gesunden Versicherten minimal — wenige Euro pro Monat. Im Ernstfall kann dieses Plus den Hinterbliebenen Jahre an finanzieller Sicherheit verschaffen.
Was kostet eine Risikolebensversicherung?
Die Kosten hängen von vier Faktoren ab: Alter bei Vertragsabschluss, Gesundheitszustand, Raucher- oder Nichtraucherstatus und Laufzeit. Ein 30-jähriger Nichtraucher zahlt für 250.000 Euro Versicherungssumme und 25 Jahre Laufzeit etwa 10 bis 20 Euro pro Monat. Ein gleichaltriger Raucher zahlt das Drei- bis Vierfache.
Das Alter spielt eine entscheidende Rolle: Je früher Sie abschließen, desto günstiger. Ein 40-Jähriger zahlt für die gleiche Police etwa doppelt so viel wie ein 30-Jähriger. Die BaFin rät, den Vertrag so früh wie möglich abzuschließen — idealerweise mit Familiengründung oder Immobilienkauf.
Gesundheitsprüfung und Risikoklassen
Vor Abschluss müssen Gesundheitsfragen beantwortet werden. Vorerkrankungen können zu Risikoaufschlägen oder Ausschlüssen führen. Wer falsche Angaben macht, riskiert den Verlust des Versicherungsschutzes — auch Jahre später noch.
Typische Fragen betreffen Vorerkrankungen der letzten fünf bis zehn Jahre, laufende Behandlungen und Medikamenteneinnahme, psychische Erkrankungen und Krankenhausaufenthalte sowie den Body-Mass-Index und das Rauchverhalten. Bei bestimmten Vorerkrankungen gibt es Spezialversicherer, die auch Personen mit erhöhtem Risiko versichern — zu höheren Prämien, aber immerhin.
Vertragsvarianten
Konstante Versicherungssumme: Die Summe bleibt über die gesamte Laufzeit gleich. Sinnvoll, wenn die finanzielle Absicherung der Familie im Vordergrund steht.
Fallende Versicherungssumme: Die Summe sinkt jährlich, parallel zur Tilgung eines Kredits. Ideal zur Absicherung einer Baufinanzierung — und deutlich günstiger als die konstante Variante.
Über-Kreuz-Versicherung: Beide Partner versichern sich gegenseitig. Vorteil: Im Todesfall fällt die Auszahlung nicht in die Erbmasse und bleibt erbschaftsteuerfrei bis zum Freibetrag.
Nachversicherungsgarantie
Gute Tarife bieten eine Nachversicherungsgarantie: Bei bestimmten Lebensereignissen — Heirat, Geburt eines Kindes, Immobilienkauf — können Sie die Versicherungssumme ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen. Das ist ein entscheidendes Qualitätsmerkmal, auf das der GDV bei Tarifvergleichen hinweist.
Risikolebensversicherung und Steuer
Die Beiträge sind als Vorsorgeaufwendungen steuerlich absetzbar — allerdings nur, soweit die Höchstbeträge nicht schon durch Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft sind. Die Auszahlung an Hinterbliebene ist einkommensteuerfrei, kann aber der Erbschaftsteuer unterliegen. Die Über-Kreuz-Variante umgeht dieses Problem elegant.