Wie sich die BU-Kosten zusammensetzen
Die Prämie einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist keine pauschale Größe, sondern wird individuell kalkuliert. Die Versicherer berücksichtigen dabei eine Reihe von Faktoren, die das statistische Risiko einer Berufsunfähigkeit widerspiegeln.
Beruf: Der wichtigste Preisfaktor. Die Versicherer teilen Berufe in Risikogruppen ein — meist vier bis sechs Klassen. Ein Informatiker oder Betriebswirt fällt in die günstigste Klasse, ein Dachdecker oder Krankenpfleger in die teuerste. Der Preisunterschied kann Faktor zwei bis drei betragen.
Eintrittsalter: Je jünger Sie beim Abschluss sind, desto günstiger die Prämie. Ein 25-Jähriger zahlt für die gleiche Leistung etwa 40 Prozent weniger als ein 40-Jähriger. Die Prämie wird bei Abschluss festgelegt und steigt nicht mit dem Alter — ein früher Abschluss spart über die Vertragslaufzeit erheblich.
Gesundheitszustand: Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen von 20 bis 100 Prozent führen — oder zu Ausschlüssen bestimmter Krankheitsbilder. Wer gesund ist, bekommt die besten Konditionen.
BU-Rentenhöhe: Logisch: Eine BU-Rente von 2.000 Euro kostet mehr als eine von 1.000 Euro. Die Prämie steigt aber nicht linear — der Aufschlag für eine höhere Rente ist prozentual geringer.
Laufzeit: Ein Vertrag bis 67 kostet mehr als einer bis 60. Die letzten Berufsjahre sind aber besonders riskant für Berufsunfähigkeit — die Verbraucherzentrale rät, nicht bei der Laufzeit zu sparen.
Typische Kosten nach Berufsgruppen
Für eine BU-Rente von 1.500 Euro monatlich mit Laufzeit bis 67 Jahren, Eintrittsalter 30 Jahre, sehen die Kosten ungefähr so aus: Bürokaufleute und Ingenieure zahlen 50 bis 90 Euro monatlich. Lehrer und Ärzte liegen bei 60 bis 100 Euro. Erzieher und Sozialarbeiter bei 80 bis 130 Euro. Krankenpfleger und Altenpfleger bei 100 bis 160 Euro. Handwerker und Bauarbeiter bei 120 bis 200 Euro.
Die Unterschiede zwischen den Versicherern sind bei gleicher Berufsgruppe ebenfalls erheblich — der GDV berichtet von Preisunterschieden von bis zu 100 Prozent für die gleiche Leistung. Ein Vergleich lohnt sich immer.
Wie Sie bei der BU sparen können
Früh abschließen: Der effektivste Spartipp. Jedes Jahr Wartezeit kostet Geld — und erhöht das Risiko, dass zwischenzeitlich Vorerkrankungen auftreten.
Starter-Tarife nutzen: Manche Versicherer bieten günstigere Einstiegstarife für Berufseinsteiger, die nach einigen Jahren automatisch auf das reguläre Niveau ansteigen. Das macht die BU in den ersten, finanziell oft knappen Jahren erschwinglich.
Brutto-Netto-Unterschied beachten: Die Versicherer kalkulieren mit Bruttobeiträgen, können aber Überschüsse an die Kunden weitergeben, was den Nettobeitrag senkt. Die Stiftung Warentest empfiehlt, auf den Nettobeitrag zu schauen, aber den Bruttobeitrag im Blick zu behalten — denn die Überschüsse sind nicht garantiert.
Dynamik mit Widerspruchsrecht: Eine jährliche Beitragsanpassung hält die Rente inflationssicher. Sie können der Dynamik aber jedes Jahr widersprechen, ohne den bestehenden Schutz zu verlieren. Das gibt Flexibilität in finanziell angespannten Phasen.
Nicht an der Laufzeit sparen: Die BaFin warnt vor verkürzten Laufzeiten. Zwischen 60 und 67 ist das BU-Risiko am höchsten. Ein Vertrag, der mit 60 endet, spart zwar Beiträge, lässt aber die gefährlichsten Jahre unversichert.
Steuerliche Behandlung
Die BU-Beiträge sind grundsätzlich als Vorsorgeaufwendungen absetzbar. In der Praxis werden die Höchstbeträge aber meist schon durch Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft. Ein steuerlicher Vorteil ergibt sich eher bei selbstständigen BU-Policen als bei solchen, die als Zusatzversicherung zur Altersvorsorge abgeschlossen werden.
Im Leistungsfall wird die BU-Rente mit dem Ertragsanteil besteuert — je nach Alter und Laufzeit zwischen 5 und 20 Prozent. Das bedeutet: Ein Großteil der Rente bleibt steuerfrei.