Warum die BU-Versicherung unverzichtbar ist
Die Statistik ist eindeutig: Rund 25 Prozent der Arbeitnehmer werden im Laufe ihres Berufslebens berufsunfähig. Die häufigsten Ursachen sind psychische Erkrankungen mit etwa 30 Prozent, gefolgt von Erkrankungen des Bewegungsapparats, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Vorstellung, dass Berufsunfähigkeit vor allem Handwerker trifft, ist falsch — auch Büroangestellte und Akademiker erkranken schwer.
Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente gleicht den Einkommensverlust nicht annähernd aus. Im Durchschnitt beträgt sie etwa 950 Euro monatlich. Wer vorher 3.000 Euro netto verdient hat, steht plötzlich mit einem Drittel seines Einkommens da. Die Stiftung Warentest bezeichnet die BU-Versicherung deshalb als die wichtigste Versicherung neben der Haftpflicht.
Was Berufsunfähigkeit genau bedeutet
Berufsunfähig im Sinne der Versicherung ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf — so wie er in gesunden Tagen war — voraussichtlich dauerhaft zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kann. Entscheidend ist der konkrete Beruf, nicht irgendein Beruf. Ein Chirurg, der seine Hände nicht mehr ruhig halten kann, ist berufsunfähig, auch wenn er theoretisch noch als Verwaltungsarzt arbeiten könnte.
Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihr Tarif den Verzicht auf abstrakte Verweisung enthält. Ohne diese Klausel könnte der Versicherer Sie auf einen anderen Beruf verweisen und die Leistung ablehnen. Die BaFin weist darauf hin, dass seriöse Tarife auf die abstrakte Verweisung verzichten — Tarife ohne diese Klausel sollten gemieden werden.
Wie hoch sollte die BU-Rente sein?
Die Faustregel: 75 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens. Wer 3.000 Euro netto verdient, sollte eine BU-Rente von 2.250 bis 2.400 Euro vereinbaren. Dabei ist zu bedenken, dass im Leistungsfall keine Sozialversicherungsbeiträge auf das Erwerbseinkommen mehr anfallen — die BU-Rente wird aber mit dem Ertragsanteil versteuert.
Für Berufseinsteiger empfiehlt die Verbraucherzentrale, mit einer niedrigeren Rente zu starten und die Nachversicherungsgarantie zu nutzen. So kann die Rente bei Gehaltserhöhungen, Heirat oder Geburt eines Kindes ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöht werden.
Was kostet eine gute BU-Versicherung?
Die Kosten variieren stark je nach Beruf, Alter, Gesundheitszustand und gewünschter Rentenhöhe. Ein 30-jähriger Büroangestellter zahlt für 1.500 Euro BU-Rente etwa 40 bis 80 Euro monatlich. Ein Handwerker gleichen Alters zahlt für die gleiche Leistung 100 bis 200 Euro — das Risiko ist für den Versicherer höher.
Akademiker und Beamte erhalten in der Regel die günstigsten Tarife. Körperlich tätige Berufe, Berufe mit psychischer Belastung und riskante Hobbys erhöhen die Prämie. Der GDV betont, dass trotz der teilweise hohen Kosten die BU-Versicherung eine lohnende Investition ist — denn ohne sie droht im Ernstfall der finanzielle Absturz.
Vertragslaufzeit und Nachversicherung
Die BU-Versicherung sollte bis zum Renteneintrittsalter laufen — also bis 67. Eine kürzere Laufzeit spart Beiträge, lässt aber eine gefährliche Lücke. Wer mit 60 berufsunfähig wird und die Versicherung nur bis 63 abgeschlossen hat, steht vier Jahre ohne Schutz da.
Die Nachversicherungsgarantie ist ein unverzichtbares Qualitätsmerkmal. Sie erlaubt, die BU-Rente bei bestimmten Lebensereignissen — Heirat, Kind, Immobilienkauf, Gehaltserhöhung — ohne Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Die Stiftung Warentest wertet Tarife ohne diese Option ab.
Leistungsfall: Was passiert, wenn ich berufsunfähig werde?
Der Leistungsantrag ist der Moment der Wahrheit. Sie müssen den BU-Leistungsantrag stellen, Arztberichte und Gutachten einreichen und die Tätigkeitsbeschreibung Ihres Berufs detailliert darlegen. Der Versicherer prüft — und hier zeigt sich die Qualität des Anbieters.
Gute Versicherer entscheiden innerhalb von drei bis sechs Monaten. Schlechte lassen sich deutlich länger Zeit und fordern immer neue Gutachten an. Die Anerkennungsquote variiert je nach Versicherer erheblich. Ein Versicherungsmakler mit BU-Expertise kann im Leistungsfall wertvolle Unterstützung bieten.