BU-Alternativen: Absicherung bei Berufsunfähigkeit ohne klassische BU

Warum Alternativen zur BU gefragt sind

BU-Alternativen: Absicherung bei Berufsunfähigkeit

Die klassische Berufsunfähigkeitsversicherung ist zweifellos die beste Absicherung der Arbeitskraft. Doch nicht jeder kommt in ihren Genuss. Menschen mit Vorerkrankungen erhalten oft Ausschlüsse oder Risikozuschläge, die den Schutz unbezahlbar machen. Bestimmte Berufsgruppen wie Dachdecker, Gerüstbauer oder Berufskraftfahrer zahlen Prämien von 200 Euro und mehr im Monat. Und wer bereits einen BU-Antrag abgelehnt bekommen hat, steht vor einem echten Problem.

Für all diese Menschen gibt es Alternativen. Keine davon ist so umfassend wie die BU, aber jede ist besser als gar kein Schutz. Der GDV betont regelmäßig: Eine Absicherung der Arbeitskraft in irgendeiner Form ist für jeden Erwerbstätigen essenziell.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU)

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung zahlt, wenn Sie keinen Beruf mehr ausüben können — nicht nur Ihren erlernten. Das ist der entscheidende Unterschied zur BU: Bei der BU reicht es, wenn Sie Ihren konkreten Beruf nicht mehr ausüben können. Bei der EU müssen Sie vollständig erwerbsunfähig sein, also weniger als drei Stunden täglich in irgendeinem Beruf arbeiten können.

Der Vorteil: Die EU ist deutlich günstiger als die BU, weil die Leistungshürde höher liegt. Für körperlich tätige Berufe kann sie eine sinnvolle Option sein, wenn die BU-Prämie das Budget sprengt. Die Prämien liegen bei 30 bis 50 Prozent einer vergleichbaren BU.

Grundfähigkeitsversicherung

Die Grundfähigkeitsversicherung definiert einen Katalog von Grundfähigkeiten wie Sehen, Hören, Sprechen, Gehen, Greifen, Heben, Treppensteigen, Autofahren und geistige Leistungsfähigkeit. Wenn Sie eine oder mehrere dieser Fähigkeiten verlieren, zahlt die Versicherung eine monatliche Rente.

Der Vorteil: Die Leistungsprüfung ist objektiver als bei der BU, weil konkrete Fähigkeiten gemessen werden. Die Prämien liegen 30 bis 60 Prozent unter einer BU. Für Handwerker und körperlich Tätige ist die Grundfähigkeit oft eine gute Ergänzung oder Alternative.

Dread-Disease-Versicherung

BU-Alternativen - Dread Disease

Die Schwere-Krankheiten-Versicherung zahlt eine einmalige Summe (typisch 50.000 bis 200.000 Euro), wenn eine im Vertrag definierte schwere Krankheit diagnostiziert wird. Dazu gehören typischerweise Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Multiple Sklerose und etwa 40 bis 60 weitere Erkrankungen.

Der Vorteil: Die Auszahlung erfolgt unabhängig davon, ob Sie weiter arbeiten können oder nicht. Die einmalige Summe können Sie frei verwenden — für Behandlungen, Umbauten oder als finanzielles Polster. Nachteil: Es gibt keine laufende Rente, und nicht jede Erkrankung ist abgedeckt.

Unfallversicherung mit Invaliditätsleistung

Die private Unfallversicherung zahlt bei unfallbedingter Invalidität eine Kapitalleistung oder Rente. Sie deckt aber nur Unfälle ab, keine Krankheiten — und rund 90 Prozent aller Berufsunfähigkeitsfälle werden durch Krankheiten verursacht. Als alleiniger Ersatz für die BU ist die Unfallversicherung daher nicht geeignet, aber als Ergänzung sinnvoll.

Multi-Risk-Versicherung

Neuere Produkte kombinieren mehrere Leistungsauslöser in einem Vertrag: Berufsunfähigkeit, schwere Krankheiten, Grundfähigkeitsverlust, Pflegebedürftigkeit und Unfall. Die Leistungshürden sind bei jedem Baustein niedriger als bei spezialisierten Einzelprodukten, aber der Gesamtschutz ist breiter.

Die Verbraucherzentrale rät, Multi-Risk-Produkte genau zu prüfen: Die Kombinationsvielfalt macht den Vergleich schwierig, und die einzelnen Bausteine bieten oft geringeren Schutz als eigenständige Policen.

Welche Alternative passt zu wem?

Für Büroberufe mit Vorerkrankungen ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung oft die beste Wahl. Für Handwerker und körperlich Tätige bietet die Grundfähigkeitsversicherung meist das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Für junge Menschen mit wenig Budget kann eine Dread-Disease-Versicherung den Einstieg in die Arbeitskraftabsicherung bilden. Und wer es sich leisten kann, kombiniert mehrere Bausteine.

Eine Faustregel der Verbraucherzentrale lautet: Lieber eine Alternative zur BU als gar keinen Schutz. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht mit durchschnittlich 950 Euro im Monat nicht zum Leben.

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Haufig gestellte Fragen

Was ist die beste Alternative zur BU?
Es gibt keine pauschale Antwort. Für Büroberufe ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung oft am passendsten, für körperlich Tätige die Grundfähigkeitsversicherung. Entscheidend sind Beruf, Gesundheit und Budget.
Wie viel günstiger sind BU-Alternativen?
Je nach Produkt 30 bis 60 Prozent günstiger als eine vergleichbare BU. Die Ersparnis geht aber mit einem geringeren Leistungsumfang einher.
Kann ich BU-Alternativen kombinieren?
Ja, das ist sogar sinnvoll. Eine Grundfähigkeit plus Dread Disease ergibt zusammen einen breiten Schutz, der an eine BU heranreicht.
Reicht die gesetzliche Erwerbsminderungsrente nicht aus?
Nein. Die durchschnittliche volle Erwerbsminderungsrente liegt bei etwa 950 Euro monatlich. Davon lässt sich kaum leben, besonders nicht in Großstädten.

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